Ebermannstadt, UTFS, 66 km 2760 HM
Oli und Gertrud trumpfen auf beim UTFS
Typisch beim Trail ist das Verlaufen, besonders wenn man es eilig hat. Dann wird die Strecke noch länger! Das erging Oli wieder so, aber auch anderen, nicht nur in der Spitzengruppe. Oli und Gertrud sind letztlich wieder ein tolles Rennen gelaufen und sie wurden im Ziel gebührend empfangen, nochmal Glückwunsch!
Oli berichtet:
Was für ein Rennen beim 5. UTFS. Und wieder einmal ein für mich typischer Trail, mit vielen Auf und Ab und am Ende ein Platz auf dem Podium. Aber ohne dies, wären 6 Stunden laufen fast langweilig. Zumal man an der Belastungsgrenze nicht immer einen Blick für die doch schönen Trails in der Fränkischen Schweiz hat. Das Rennen startete 7 Uhr bei 3°C. Nach ca. 5 flachen Kilometern ging es dann endlich in den ersten Anstieg (Bild) und die eiskalten Finger tauten langsam wieder auf. Schon bald hatte sich das Rennen sortiert. Toni Seewald und Markus Brennauer legten ein hohes Tempo vor, dem meine beiden Begleiter und ich nicht folgen wollten und konnten. Nach 20 km zerfiel dann auch unsere Gruppe und kurz vor der Rennhälfte bei 30 km sah ich dann Markus plötzlich vor mir. Ich holte ihn recht bald ein, wir liefen ein paar Kilometer gemeinsam und entschieden uns jedoch bald, dass jeder seine Renneinteilung behält und ich zog vorbei. Als ich dann schon ein gutes Stückchen Vorsprung auf Platz 3 herausgelaufen hatte, geschah es doch wieder... Einmal falsch abgebogen (da hatten wohl ein paar Wanderer bei der Streckenmarkierung helfen wollen) und ich fand mich 2 km und 50 Höhenmeter hinten dran auf Platz 6 wieder... Die Beine waren noch fit, nur der Kopf war ... Aber es blieben ja noch gute 30 km, um sich anders zu entscheiden. Und mit jedem Platz, den ich mir wieder zurück holen konnte, stieg der Kampfgeist, heute doch etwas „mitzunehmen“. Am Ende konnte ich mich nicht mehr auf Platz 2 zurück kämpfen, aber mit Platz 3 auf dem Podium war es noch eine Belohnung! Ein großes Dank geht natürlich an die Veranstalter um Johannes. Ein richtig tolles Event bei uns in der Fränkischen. Und nächstes Jahr dann noch eine Nummer größer! Vielleicht sehen wir uns beim 100k wieder!
Gertrud berichtet:
Nicht nur über 2760 Höhenmeter - und gefühlt noch mehr, da jeder denkbare Anstieg zu einer weiteren Bergauf-Bergab-Schleife führt, auch große Temperaturunterschiede mit nur 2°C am Start gab‘s beim UTFS. Es war trocken und griffig bergab und es wurde schnell warm; die Armlinge habe ich schon nach 8 km in Trainmeusel runter. Bin verhalten los, um am Schluss nicht büßen zu müssen, entsprechend leicht und locker flog die erste Hälfte dahin trotz Staus an Engstellen. Nach ca. 15 km konnte ich die 2. Läuferin in meiner Klasse, die 5 Jahre jünger ist, einholen. Sie wehrte sich energisch, aber schließlich bin ich bergab endgültig an ihr vorbeigehüpft. Die federnden Erdtrails waren wesentlich angenehmer und lockerer zu laufen, als die harten Wege beim Obermainmarathon. Immer den Puls im Blick versuchte ich mich für das bekannt harte letzte Drittel zu schonen. Aber es wurde unter der Mittagssonne knallheiß und mich erwischten wieder mal Magenprobleme, so dass ich die letzten 20 km nichts mehr außer kleinen Wasserschlucken zu mir nehmen konnte und folglich einen Gang rausnehmen musste. Ein paar kleinere Krämpfe ließen sich durch vorsichiges Treppaufsteigen beruhigen. Bergab machten die Beine noch mit, es blieb bei ein paar sturzfreien Stolperern und einem insgesamt guten Durchkommen: Eine Stunde schneller als 2024. Glücklich Im Ziel wurde ich als Senior Master Woman begrüßt genau an meinem 65. Geburtstag. Es war wunderbar und ein besonderer Geburtstag.
(Gertrud, Oli)

Oli im Ziel; Oli Bilder: Veranstalter

Olis Verfolgergruppe biegt ab in den Trail

Gertruds Ultra-Trail-Finish am Geburtstag; eigenes Foto
